Der Text unter dem Wappen ist zum grössten Teil verblichen und mit freiem Auge nicht mehr lesbar.

Er lautet:

"Die Varesco, aus Parma stammend, sind eines alten Geschlechts und führen im schwarz-roten Felde zwei silberne Lilien mit einem Degen, der das Vornehme der Familie bedeutet, einen gekrönten Helm, darauf abermals eine Lilie mit zwei blau-goldenen Füllhörnern und sechs Straußenfedern, die den Aufschwung des Stammes darstellen. Dieses Wappen erhielten sie unter Kaiser Sigismund Anno 1410"

Der Wappentext erwähnt diejenigen Elemente, die der Wappenmaler oder -träger als besonders wichtig meint:

  1. Das Wappenschild mit den Lilien und einem Degen
  2. den gekrönten Helm
  3. eine Lilie mit
    1. blau-goldenen Füllhörnern
    2. sechs Straußenfedern

Hervorgehoben wird, das Wappen sei unter Kaiser Sigismund Anno 1410 erhalten worden.

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Darunter erklärt sich der Hersteller selbst.

"Gezeichnet und allein ächt zu haben bei M. v. Asten, Wappenmaler und Heraldiker in Neustadt a. fr. S"

Dabei handelt es sich um eine klare Werbeformel des 19. Jahrhunderts.

"Gezeichnet und allein ächt" zu haben heisst nichts anderes als "Ich habe das gezeichnet und habe das alleinige Recht darüber", also ein Copyright des 19. Jahrhhunderts.

 

Zum Hersteller:

M. v. Asten bezeichnet sich als Wappenmaler und Heraldiker. Er sei aus Neustadt a. fr. S.

Wahrscheinlich handelt es sich dabei um Max Asten (nannte sich "von Asten"), geboren 1828, gestorben 1897. Er war ein historisch belegter Wappenmaler.

Er war tätig ca. 1850 bis 1895 in Neustadt an der Saale (Unterfranken, Bayern). Er wird in der Fachliteratur als nicht seriös eingestuft.

Seine Werke waren zwar kommerziell erfolgreich, aber heraldisch nicht legitim. Er verkaufte erfundene oder kopierte Wappen an Kunden, oft mit erfundenen Geschichten ("unter Kaiser XY verliehen") oder immer wieder mit der Formulierung "Gezeichnet und allein ächt zu haben bei M. v. Asten". Das sollte Vertrauen erwecken ("ächt" = echt), war aber oft nicht zutreffend.

In der Fachliteratur wird er tatsächlich als "Wappenschwindler" geführt, obgleich seine Werke als kulturhistorisch interessant, dekorativ aber genealogisch mit Vorsicht zu genießen sind.