An beiden Seiten der Füllhörner sprießen Straußenfedern.
In der Heraldik sind Straußenfedern ein recht häufiges und traditionsreiches Motiv - vor allem als Helmzier.Ihre Bedeutung ist nicht eindeutig festgelegt, aber es es gibt typische symbolische Deutungen, die isch historisch herausgebildet haben:
- Wahrheit und Gerechtigkeit: Man glaubte früher, der Strauß könne Eisen verdauen - daher wurde er mit Standhaftigkeit und Wahrheitskraft verbunden. Die Feder steht sinnbildlich dafür
- Reinheit und Edelgesinnung: weiße Straußenfedern gelten oft als Zeichen von Reinheit, Aufrichtigkeit und moralischer Integrität
- Ritterlichkeit und Adel: Straußenfedern wurden gern von Rittern und Adeligen getragen (zB auf Helmen oder Hüten). Im Wappen stehen sie daher oft für edle Herkunft, Tapferkeit oder ritterliche Tugenden
- Würde und Auszeichnung: Da Federn auch als Schmuck bdi festlichen Anlässen dienten, symbolisieren sie Ehre, Rang und besondere Auszeichnung
Die Straußenfeder (auch Straußfeder; französisch plume d'autruche; englisch ostrich's feather) ist in der Heraldik eine ein Helmkleinod (Helmschmuck im Oberwappen).Straußenfedern waren als Helmschmuck sehr gebräuchlich (..), kommen auch einzeln oder mehrfach in Wappenschilden vor (..)“ Maximilian Gritzner (1889)
Die gemeine Figur Straußenfeder ist den Federn des Afrikanischen Straußes (struthio camelus) nachempfunden (insbesondere den weißen Schwanzfedern der Hähne und den ebenfalls weißen Handschwingen an den Flügelspitzen von Tieren beiderlei Geschlechts). Sie erscheinen gewöhnlich in Mehrzahl (zwei, drei, vier, fünf) oder in unbestimmter Anzahl als Straußenfederbusch, selten in Einzahl (die Anzahl kann gemeldet werden). Je nach Gesamtharmonie eines Aufrisses setzen Wappenkünstler den Straußenfederbusch mit drei bis neun Einzelfedern um.
Sowohl in der Einzahl als auch in der Mehrzahl empfiehlt es sich, die Stellung der Figur zu beschrieben. Gewöhnlich zeigen sowohl in der Einzahl als auch in der Mehrzahl die Kiele der Straußenfedern zum unteren Schild-/Feldrand, wobei in Mehrzahl oder als Straußenfederbusch die „Normalstellung“ fächerartig ist. Teilweise wird die gemeine Figur mit einer anderen kombiniert beziehungsweise erscheint als Helmkleinod oder als schmückendes Accessoire einer anderen gemeinen Figur im Wappenschild.
Straußenfedern als variabler Wappenbestandteil
Wenn Straußenfeder-ähnliche Kleinode oder Straußenfedern im Oberwappen eines Wappens erscheinen, so sind diese je nach Wappenaufriß in Stil, Anzahl oder Form oft sehr unterschiedlich dargestellt. Es kommt auch vor, daß eine Familie die genaue Ausprägung der Straußenfedern im Oberwappen im Laufe der Jahrhunderte änderte oder Seitenlinien andere Darstellungen bevorzugten. Die Straußenfedern der Königsegg' erscheinen beispielsweise zwischen den Jahren 1340 bis zu den baltischen von Königseck in Wappendarstellungen nicht immer gleich. Alle Besonderheiten sollten gemeldet werden.
Straußenfedern als Verzierung von Helmkleinoden
Straußenfedern sind auch als schmückendes Accessoire von anderen Helmkleinoden oder Figuren im Oberwappen gebräuchlich. Sie sind diesen Fällen zu melden und im Sinne der Gesamtharmonie eines Wappens und den Anforderungen eines Wappenaufrisses teils manchmal größer, in der Regel aber kleiner als gewöhnlich darzustellen.
„Straussfedern kommen übrigens ebenfalls zur Verzierung anderer Helmkleinode, so zum Beispiel von Büffelhörnern (außen und in der Mündung), an den Spitzen von Sternen und Monden, von Kolben, ja sogar, zwischen den Schwingen oder an den Saxen der Flüge vor, sind dann natürlich entsprechend kleiner, als wenn sie für sich allein ein Helmkleinod bilden.“
– Mauenschweif zwischen Straußenfedern (Stammwappen der Grafen zu Stolberg vor 1429)
Verbreitung
„Straußenfedern kommen auch als Wappenbilder, zum Beispiel bei den Scholley (Hessen), Harras (Böhmen), Feder (Bayern) und anderen am häufigsten aber als Helmkleinode vor.“
– Otto Titan von Hefner (1861)[2]
Als Helmkleinod sind Straußenfedern in der polnischen Heraldik sehr gebräuchlich (zum Beispiel in den polnischen Stammwappen Pióra, Koneczyc und vielen anderen); auch in Studentenwappen der deutschsprachig-geprägten Wappenkultur sind sie zu finden[3]. Straußenfedern erscheinen sowohl im Badge des Prince of Wales wie auch an Stelle von Turmfahnen im Wappen von San Marino.
Wappenbilderordnung
-
Die Straußenfeder wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Teile lebender Organismen, Abnormitäten, Verstümmelungen: D. Hauptteile und Seitenteile. 2. Tiere unter der Nr. 4201-744 aufgenommen.
-
Der Straußenfederbusch wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt ''Teile lebender Organismen, Abnormitäten, Verstümmelungen: E. Untere bzw. hintere Teile. 2. Tiere unter der Nr. 4201-766 aufgenommen.